Wendelin Roßmann: „Die Monteure und ich sind wie eine große Familie“

28.11.2019

Sein Motto lautet: „Lieber heute, bevor ich es morgen mache“.

Wer solche Touren schon seit vielen Jahren fährt, hat mehr als genügend Erfahrung und viel Fingerspitzengefühl für all jene Dinge, auf die es sonst ankommt. Das betrifft sowohl das eigene Zeitmanagement als auch den Sinn für den unerwarteten Moment: „Ich will unbedingt am Nachmittag für die Tour am nächsten Tag laden, damit ich am Morgen rechtzeitig auf der Autobahn bin. So habe ich noch etwas mehr Spielraum, wenn ich plötzlich noch woanders hinfahren oder jemanden aus der Klemme helfen muss“.

Wenn nötig, wechselt er den fahrbaren Untersatz und setzt sich ans Steuer eines Sprinters. Sein Motto lautet: „Lieber heute, bevor ich es morgen mache“. Seine Kollegen danken es ihm und denken mit: „Wenn ich eine Stunde nach der vereinbarten Uhrzeit immer noch nicht auf der Baustelle bin, ruft man mich schon an und fragt: Wo bleibst du denn?“

„Ich bin ja hier bei Uhl mehr oder weniger selbstständig. Die Monteure auf den Baustellen sind längst Kumpels für mich geworden“, schildert der 66-Jährige. Das Schöne daran: Man(n) zieht an einem Strang. „Die Monteure verhalten sich auch mir gegenüber wie Kumpels. Das ist wie eine große Familie“.

Anekdoten? „Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll“. Wendelin Roßmann erinnert sich an die Zeit nach dem Mauerfall. Anfang der 90er Jahre wurde viel im Osten gebaut, auch neue Straßen. „Da ist es mir mehrmals passiert, dass ich auf der Landstraße fuhr - und plötzlich vor einem Acker stand….

 

Und dann gab es mal eine Baustelle. Ich fuhr auf der Umleitung weiter, dann kam die zweite, irgendwann die dritte Umleitung. Nach 30 Minuten war ich wieder dort, wo ich das erste Mal angehalten hatte. Als Fahrer dreht man dann fast durch, wenn man nur hundert Meter vom Kunden weg ist“, erzählt er und meint: „Heute kann ich natürlich drüber lachen“.

Was ihn noch heute auf die Palme bringt? „Ich bin kein Typ, der stundenlang rumsteht, egal, ob im Stau oder auf der Baustelle!“ Seine große Leidenschaft in der Freizeit ist – wie sollte es anders sein? – das Autofahren. Wendelin Roßmann ist passionierter Audi-Fahrer – und fährt auch gerne mal einen Ferrari. „Zum Testen“, sagt er und lacht. Und: Er ist wahrlich kein Kostverächter! „In Garmisch gibt es die besten Schweinshaxen“, dort wohnt seine Verwandtschaft. Was liegt näher, als die Liebe zum Auto mit dem kulinarischen Genuss zu verbinden? Mehrmals im Jahr weilt er daher in den Alpen. 


Seit 1974 ist mit seiner Frau Silke verheiratet, seit 40 Jahren fährt er für Uhl. Wie lange noch? „Solange noch kein anderer Fahrer da ist“, sagt er trocken. Wendelin Roßmann grinst und meint es ernst!


Bild oben: Uhl GmbH & Co. KG