„Zwischendurch“ ein Abstecher in die Negev-Wüste!

09.03.2021

Auftrag zur Fertigung und Montage von Fassaden, Türen und Fenstern in der Nähe von Tel Aviv

Es ist November! 25 Grad in der Luft, eine Wassertemperatur von 22 Grad. T-Shirt Wetter! Dabei handelt es sich nicht um einen Ort auf der südlichen Hemisphäre, wo es warm ist, während die Temperaturen in Deutschland in den Keller gehen. Der schöne Fleck Erde befindet sich Luftlinie 2.847 Kilometer südöstlich von Würzburg entfernt, direkt am Mittelmeer in Tel Aviv. Dort wickelte Uhl Ende 2020 ein ungewöhnliches Bauprojekt ab.

 

Dort entschloss sich ein wohlhabender israelischer Bürger, ein Haus direkt am Meer bauen zu lassen. Der Auftrag für Uhl lautete, die Herstellung und Montage der Alu-Glasfassaden, der Türen und der Fenster inklusive der Verglasung zu übernehmen. Daher weilten Heiko Krause und zwei seiner Mitarbeiter aus Klingenthal in Sachsen seit Anfang November für fünf Wochen in Israel.

 

Der 51-Jährige arbeitet seit 21 Jahren als Montage-Sub-Unternehmen für Uhl und wickelt gemeinsam mit und für das Würzburger Unternehmen anspruchsvolle Projekte ab. Sein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Montage von Fassaden, Fenster und Türen.

 

Im März 2020 war Heiko Krause mit Uhl-Geschäftsführer Thomas Schneider und dessen Projektleiter Christopher David bereits für vier Tage nahe Tel Aviv. Eine Begutachtung der Baustelle, eine Besprechung zum Montageablauf stand auf der Agenda. Welche technischen Geräte braucht man vor Ort? Wo liegt die Herausforderung? Schließlich wollte man nichts dem Zufall überlassen.

Herausforderungen? Die gab es für den Mann aus Sachsen nicht nur in bautechnischer Hinsicht. „Die Versorgung mit Bau - Fachmärkten ist nicht so wie in Deutschland, wo man fast an jeder Ecke das nötige Werkzeug und Zubehör kaufen kann“, sagt Heiko Krause. Hinzu kamen die Anforderungen bei der Montage der Bauteile aus Aluminium, hier waren viel Fingerspitzengefühl und Präzision gefragt. „Das ganze Haus wurde später mit Keramik mit verkleidet. Bei Element- und Scheibenhöhen von bis zu 7,40 Meter betrug die maximale Toleranz 2-3 mm.


Da sich das Gebäude an einer Steilküste direkt am Meer befand, war bei der Verglasung der bis zu 800 kg schweren Scheiben stets darauf zu achten, dass der Seewind keine Angriffsfläche bekommt. Hierbei mussten einige Scheiben, welche sich hinter einem Dachvorsprung befanden, mit einer speziellen Pendelkonstruktion montiert werden. Kontergewichte sorgten hierbei dafür, dass die Glasscheibe in einer waagerechten Position am Kran gehalten werden.

 

Traumhafte Sonnenuntergänge im November und Dezember

 

Abenteuer? Die gab es in der knappen Freizeit auch! Immerhin ist im jüdischen Glauben der Samstag heilig und es darf nicht gearbeitet werden. Dieser Tag wurde immer für Ausflüge unter anderem nach Jerusalem, Jaffa und Tel Aviv genutzt. Heiko Krause schwärmt noch 3 Monate danach davon. „Wir machten einen Ausflug per Mietwagen durch die Negev-Wüste ans Tote Meer, das liegt ja 300 Meter unter dem Meeresspiegel“. Die Rückfahrt durch Teile des Westjordanlandes sowie Jerusalem war schon sehr abenteuerlich, da das Navigationsgerät hier keinen Empfang verzeichnete.

 

Die Wüste Negev bedeckt 60 Prozent des Staates Israel, insgesamt 12.000 km². In diesem riesigen, v-förmigen Gebiet im Süden des Landes leben zehn Prozent der Bevölkerung.

 

Welche Eindrücke hat er mitgenommen, was bleibt ihm besonders in guter Erinnerung? „Israel ist ein tolles Land, gerade als Urlaubsland jederzeit empfehlenswert. Die Landschaft ist beeindruckend. Hinzu kommen die 25 Grad Luft und Wassertemperatur von mindestens 22 Grad – und das im November und Dezember.

Und es gibt jeden Abend traumhafte Sonnenuntergänge“, schildert der Sachse seine Eindrücke. Was ihm noch auffiel: Die Israelis mögen Bewegung in der Natur und sind sportbegeistert. Langstreckenschwimmer, Kanufahrer, Surfer, Jogger am Strand – und das ab 6 Uhr morgens. Das geht den ganzen Tag so“, sagt Heiko Krause. Er muss es wissen, seine Baustelle befand sich direkt am Meer.

 

Auch das Bauprojekt sorgte für eine wichtige, neue Erfahrung: “Das war auch ein Abenteuer. Man kann viel planen und muss manchmal dann doch beim Ablauf vor Ort eine andere Entscheidung treffe. Aber mit unserer langjährigen Erfahrung konnten wir das Projekt meistern. Ende gut, alles gut“!

 

Bild oben: Heiko Krause (Erster von links) und sein Team um Matthias Schenk (Mitte) und Peter Schneider (rechts) hatten fünf Wochenlang eine anspruchsvolle Aufgabe! Foto: Krause & Schneider GbR