Wenn ein Hobby-IT-Techniker zum Metallbauer wird

15.03.2022

Der 25-Jährige hatte bereits 3 Semester Wirtschaftsinformatik studiert und „sattelte“ nochmals um zum Metallbauer.

Sam** absolviert seit September 2021 eine Lehre im Bereich Metallbau – Konstruktionstechnik. Der Sohn einer Engländerin hat auch kanadische Vorfahren. Im Interview schildert der Auszubildende seine beruflichen Pläne und erklärt, wie es dazu kam, die japanische Sprache zu lernen.

Frage: Sie hatten bereits ein Studium begonnen und haben sich dann entschieden, lieber eine Ausbildung zu machen. Wie kam es dazu?

Sam: Ich habe Wirtschaftsinformatik studiert an der FH Würzburg und bin dabei nicht glücklich geworden. In meiner Freizeit mache ich gerne etwas Handwerkliches. Auf Uhl bin ich gestoßen über eine Online-Anzeige. Im Vorstellungsgespräch hatte ich den Eindruck gewonnen, dass es sich um ein freundliches Familienunternehmen handelt.

Welche Ausbildung absolvieren Sie derzeit?

Sam: Ich absolviere eine Ausbildung im Bereich Metallbau, Konstruktionstechnik. Aufgrund meines Schulabschlusses hätte ich die Lehre verkürzen können, allerdings habe ich mich entschieden, die dreieinhalbjährige Ausbildung zu starten, weil ich gerne „in die Vollen“ gehe.

Was macht Ihnen in Ihrer Ausbildung bislang am meisten Freude?


Sam: Mit den meisten Leuten bin ich bei Uhl „per Du“. Das Betriebsklima ist auch deswegen angenehm. Ich bin einer, der gerne etwas mit der Hand erschafft. Das gilt nicht nur in meiner Freizeit, auch im Beruf.


Was ist das Besondere an der Ausbildung?

Sam: Gute Frage! (überlegt)… Ich erlebe eine Ausbildung, wie sie sein sollte. Es gibt von allen nicht zu viel, nicht zu wenig. Es fehlt an nichts. Ich gestehe, die schulische Ausbildung hat nicht das Tempo und zieht sich etwas in die Länge – im Vergleich zu den Lehrplänen an der FH. Was die Werkstoffkunde hier im Betrieb angeht, konnte ich manches in der Handwerkskammer (?) anwenden. Die HWK ergänzt dann mit ihren Lehrplänen das theoretische Wissen.


„Das Betriebsklima bei Uhl ist schon sehr gut!“

Welche Wünsche haben Sie für Ihre berufliche Zukunft?

Sam: Ich kann mir gut vorstellen, dass ich eines Tages einen Meisterbrief als Metallbauer erlange. Und: Mehr Geld verdienen ist immer gut. Mehr Gehalt geht meistens mit mehr Leistung Hand in Hand. Ich meine, wenn man mehr Vergütung erhalten will, muss man dem Arbeitgeber auch mehr bieten. Vielleicht studiere ich eines Tages Ingenieurwesen oder ich mach mein Studium der Wirtschaftsinformatik fertig – aus privatem Interesse!

Ihnen stehen auch mit 25 Jahren alle Möglichkeiten offen…


Sam: Es ist definitiv etwas spät, mit 25 Jahren eine Ausbildung zu beginnen.

Ein abgebrochenes Studium ist vielleicht ein kleiner „Bruch“ im Lebenslauf. Handeln Sie auch nach dem Motto: Selbst herauszufinden, was für einen gut und richtig ist?

Sam: Ja, stimmt. Das mache ich! Und ein Bruch im Lebenslauf ist völlig in Ordnung, wenn man diesen auch begründen kann.


Haben Sie bereits berufliche Pläne - über die Ausbildung hinaus?

Sam: Also den Meistertitel will ich in jedem Fall machen. Entweder hier oder vielleicht in einer anderen Firma. Aber das Betriebsklima bei Uhl ist schon sehr gut, sodass ich mir vorstellen könnte, eines Tages wieder hierher zu kommen, sollte ich den Meistertitel anderswo absolvieren.

Was schätzen Sie an Ihrem Arbeitgeber?

Sam: Thomas Schneider ist mir schon zweimal im Job entgegenkommen! Einmal hatte ich mich bei der Handwerkskammer freiwillig gemeldet, um an einem Samstag bei einem "Tag der Arbeitsorientierung" zu helfen. Ich hatte überlegt, diese Gelegenheit zu nutzen, um ein oder zwei neue Azubis für die Firma zu gewinnen. Herr Schneider ist sofort in Aktion getreten und hatte mich mit allem versorgt, was ich für dieses Vorhaben benötigte. Im anderen Fall ging es um eine Lösung hinsichtlich geleisteter Überstunden. Das ist etwas, was ich besonders schätze und ein klares Zeichen, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer wirklich schätzt. Es trägt dazu bei, dass man im Unternehmen seine volle Leistung bringen kann.

Welche sind Ihre Hobbys?

Sam: Ich repariere gerne Computer, richte PC und Tablets ein. Ich lerne zurzeit Japanisch, ich hatte mit 12 oder 13 Jahren begonnen, Mangas (ein japanisches Comic-Buch-Format) zu lesen und das mangelnde Vorhandensein von Übersetzungen hatte mich damals sehr frustriert. Also muss ich zugeben, dass ich nur versuche, ein „altes Jucken“ im metaphorischen Sinne zu stillen. Ich fahre gerne Fahrrad, und ich halte mich mit Klettern in diversen Parks auf Trapp, die 15 bis 25 Meter hoch sind. Da besiege ich öfter mal meinen Schweinehund (lacht).

Was sollte man noch von Ihnen wissen?

Sam: Ich versuche stets nach vorne zu schauen und einen Ansatz zu finden, was mir und anderen die Arbeit erleichtern könnte.

Danke für das Gespräch!

Die Fragen stellte Stefan Beck

Bild oben: Sam H. ist 25 Jahre alt und seit September 2021 Auszubildender. Foto: UHL