Stahl- und Metallbau hautnah erleben

17.10.2018

Architektur- Studenten der FH Würzburg-Schweinfurt besichtigen Uhl

Am 11. Oktober war ein besonderer Tag für etwa 40 Architekturstudenten der FH Würzburg-Schweinfurt. Sie waren von der Firma Uhl eingeladen, den Betrieb zu besichtigen und somit Einblicke in den Stahlbau und Fassadenbau zu erhalten. Die Studentinnen und Studenten im 7.Semester bearbeiten gerade das Thema „Planung einer Stahlbaufertigung“, sodass sich der Besuch des Würzburger Unternehmens angeboten hat.

Durch den Betrieb geführt wurden die Studierenden von Thomas Schneider und seinem Cousin Felix Schneider. Dazu wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt – und abwechselnd durch den Stahl-/Hallenbau sowie den Fenster- und Fassadenbau begleitet. Die Werkstattleiter Rudolf Hehrlein und Thomas Hinkel informierten die zukünftigen Architekten beim Rundgang.


Dabei lernten die Studenten die einzelnen Arbeitsbereiche und –schritte in der Fertigung kennen und stellten zugleich Fragen. Bei Uhl wird fast ausschließlich projektbezogen nach Auftrag gearbeitet und produziert. Im Lager befinden sich fast nur Kleinteile, die oft gebraucht werden. Alles andere wird je nach Auftrag angefordert und hergestellt.

Nach den Führungen erfuhren die Studierenden in einem Gespräch weitere Details zur Firma. Uhl ist als Familienunternehmen seit 1945 in der Hand der Familie Schneider. Zunächst war der Betrieb eine kleine Schlosserei. Seit 1995 besteht der Standort in Lengfeld mit mittlerweile 100 Mitarbeitern.

Derzeit liegt der Anteil des Stahl-/Hallenbau an Aufträgen etwa bei 60 Prozent, der Fenster- und Fassadenbau trägt mit rund 40 Prozent zum Umsatz bei. Weil das Metallbauhandwerk nach wie vor eine Männerdomäne ist, liegt der Anteil der Frauen an der Belegschaft bei lediglich zehn Prozent. Überrascht war daher Thomas Schneider über die hohe Frauenquote der Studenten: Zwei Drittel bei der Betriebsbesichtigung waren junge Damen.

Nach der Unternehmenspräsentation konnten die Studierenden noch Fragen stellen. Großes Interesse weckte dabei Uhl als Arbeitgeber sowie der Umstand, dass man sehr projektbezogen arbeitet. Zunächst stellte der Dozent der Studenten, Professor Dr.-Ing. Bidmon, die Frage, mit welcher Hochschule Uhl das Duale Studium anbietet. Dies ist aktuell die Hochschule Mosbach. Thomas Schneider meinte, dass er eine Kooperation mit der FH Würzburg sich grundsätzlich auch vorstellen könnte.

Uhl auch für Architekten als Arbeitgeber interessant

Eine weitere Frage bezog sich auf die Anlieferung von Waren im Metallbau und deren Kontrolle. Beim Wareneingang werde natürlich darauf geachtet, dass bei der Beschichtung der Aluminiumprofile keine Beschädigungen vorliegen, so Thomas Hinkel. Weiter wollten die Studierenden wissen, welche Kunden Uhl beliefert. Im Stahlbau sind dies hauptsächlich private Kunden, welche gewerblich bauen wollen. Wenn es um Fenster und Fassaden geht, bedient Uhl vermehrt Projektentwickler, öffentliche Einrichtungen und Behörden. Aber auch der Privatkunde wird nach wie vor gerne beliefert.

Thomas Schneider wies darauf hin, dass ein Ausbau der Fertigung angedacht sei. Während man 1995 beim damaligen Neubau noch viele Kapazitäten freihatte, stößt man 23 Jahre später (wieder) an die eigenen Grenzen. Geschuldet ist das auch der aktuell sehr guten Auftragslage. In diesem Zusammenhang stellte eine Studentin die Frage, welche neuen Kapazitäten man sich durch den Ausbau erhofft. Hauptsächlich im Wareneingang und Ausgang im Stahlbau müsse mehr Platz geschaffen werden, ebenso seien mehr überdachte Lagerflächen nötig, meinte Thomas Schneider. 

Gefragt wurde die Betriebsleitung auch danach, wie viele Architekten bereits bei Uhl angestellt seien. Die Antwort war überraschend für so manchen FH-Gast: „Bisher keine“, erwiderte Thomas Schneider. „Es gibt einige Bauingenieure, aber auch Architekten wüssten wir mittlerweile gut einzusetzen“.

Großes Interesse weckte das Thema „Ausbildung“. Uhl bietet jungen Menschen zwei Ausbildungsberufe an: Einmal die Ausbildung zum Metallbauer, zweitens die zum technischen Systemplaner. Insgesamt beschäftigt der Familienbetrieb aktuell neun Auszubildende, davon vier neue Metallbauer im 1. Lehrjahr. Thomas Schneider machte bei der Fragerunde kein Geheimnis daraus, dass man „sehr stolz“ sei auf die traditionell gute Ausbildungsquote bei Uhl.

 

Bild oben: Uhl GmbH & Co.