Roland Alnakoula: Eine gute Ausbildung bei Uhl!

09.02.2018

Der 25-jährige Syrer will seine Ausbildung als Metallbauer erfolgreich absolvieren

und mag die gute Organisation im Land

Derzeit beschäftigt die Uhl GmbH & Co. Stahl- und Metallbau KG fünf gewerbliche und drei technische Auszubildende, die Ausbildungsquote liegt bei etwa sieben Prozent, gemessen an der Gesamtbelegschaft von knapp 100 Mitarbeitern.  In drei Berufen bildet der Familienbetrieb aus: Einmal die Ausbildung zum Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik. Dann die zum technischen Systemplaner, Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik. Ebenso können junge Erwachsene ein duales Studium zum „Bachelor of Engineering“ im Bauwesen/Fassadentechnik absolvieren. 

 

Initiator für die Ausbildung von Roland Alnakoula war das Berufliche Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) in Würzburg. „Nach deren Anfrage hat Roland zunächst ein mehrwöchiges Praktikum bei uns gemacht. Dabei haben wir gesehen, dass er willig, zuverlässig und pünktlich ist“, erläutert Thomas Schneider den Entschluss, den jungen Syrer als ersten Geflüchteten auszubilden. Ob Uhl weitere Geflüchtete ausbildet? „Das schließen wir nicht aus, wobei das immer auf die Situation ankommt. Nun möchten wir erst einmal die Ausbildung von Roland Alnakoula verfolgen, wie erfolgreich diese ausgeht,“ sagt Personalleiter Thomas Schneider.

 

Ein Zwischenfazit zieht er schon jetzt – nach fünf Monaten Ausbildung. „Man muss schon beachten, dass der bürokratische Aufwand da ist, allerdings gibt es verschiedenste Institutionen, auf deren Hilfe man zurückgreifen kann. Bis jetzt haben wir es nicht bereut.“

 

Nebenbei: Im Jahr 2018 feiert wieder Mal ein Mitarbeiter sein 45-jähriges Betriebsjubiläum. Er begann im Jahr 1973 seine Ausbildung zum Metallbauer. „Auch wenn es etwas utopisch ist – für das Jahr 2018 – wäre das natürlich ein erfreuliches Ziel, dass die heutigen Azubis auch bis zu ihrer Rente bei uns bleiben“, sagt Thomas Schneider.

 

Roland Alnakoula aus Syrien hat schon viel erlebt in seinem jungen Leben. Die letzten vier Jahre waren für ihn eine große Herausforderung: Körperlich, mental und psychisch. Der Großteil seiner Familie lebt noch in Syrien, doch er hat 2015 das große Risiko auf sich genommen. Als Student der Elektrotechnik war er sich offenbar seines Lebens nicht mehr sicher und entschloss sich, sein Land und seine Familie zu verlassen. Viel mehr will er dazu aber nicht sagen.

 

Seit Juli 2015 ist er in Deutschland, seit August 2017 absolviert er eine Lehre zum Metallbauer bei Uhl. Dabei lernt er, Fenster, Türen und Fassaden aus Aluminium zu fertigen. Mit allem, was dazu gehört. Die Arbeit als Azubi macht ihm Freude, seine Kollegen schätzt er als freundlich und hilfsbereit ein. Obendrein hat er einen überwiegend guten Eindruck von Deutschland gewonnen. „Das Land ist sehr gut organisiert“, sagt er, lächelt und ergänzt: „Auch wenn die Bürokratie manchmal zu viel ist“.

 

Fragt man den 25-Jährigen nach seinen Freizeittätigkeiten, nennt er Tischtennis, Schwimmen und Kochen als seine Lieblings-Hobbys.

Der Syrer hat bereits mehrere Deutschkurse besucht, tut sich aber noch etwas schwer in seiner Ausdrucksweise. Doch Roland ist zuversichtlich, dass er weitere Fortschritte bei seinen Deutsch-Kenntnissen macht. Er kennt eine Familie aus Würzburg, mit der er befreundet ist und mit deren Hilfe er seine Sprachkenntnisse verbessert.

 

„Ich hoffe, dass ich die Ausbildung schaffe“, sagt er. Dreieinhalb Jahre dauert diese in seinem Beruf. Man merkt ihm an, dass er bereit ist, sich bei Uhl zu engagieren und sich möglichst viel Wissen anzueignen. Seine Familie fehlt ihm freilich sehr. Wo diese ist und wie es um sie steht, darüber will er lieber nicht sprechen.