Flavius Vrabel: „Es findet sich immer ein Weg“

22.09.2020

Der 43-Jährige feierte am 1. September 2020 sein 25-jähriges Mitarbeiterjubiläum

Seit 25 Jahren ist Flavius Vrabel nun schon Mitglied der UHL- Belegschaft. Am 1. September 1995 trat der damals 18-jährige gebürtige Rumäne seine Ausbildung zum Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik, früher bekannt als Schlosserlehre, auf dem Betriebsgelände am Alten Hafen an. Erstes Betätigungsfeld war die Fensterfertigung.

Bis es so weit war, hatte er eine anstrengende Bewerbungszeit hinter sich gebracht. Anders als heute hatten damals die Handwerksbetriebe keine Mühe, Lehrlinge zu finden. Im Gegenteil: Als junger Mensch musste man viele Bewerbungen schreiben und sich in Firmen vorstellen, bis ein Ausbildungsplatz gefunden war.


Bei Flavius Vrabel war UHL etwa die 18. Anlaufstelle. Das Vorstellungsgespräch bei Seniorchef Johannes Schneider lief ungezwungen. Man redete über den Betrieb, die Arbeit, die Ziele des jungen Mannes und etliches mehr, als der 18-Jährige sich entschloss, nun doch einmal nach Lohn und Freizeit zu fragen, sagte Herr Schneider: "Dich nehmen wir! Du hast nicht als Erstes nach Geld und Urlaub gefragt." Beim Gedanken daran fällt Flavius Vrabel auch heute noch ein Stein vom Herzen und denkt wie damals: "Das war aber knapp!" Wer weiß, wie sein Lebensweg sonst verlaufen wäre!


Nach Realschule und Ausbildung erwarb er die Qualifikation zum Industriemeister Metall und absolvierte weitere Fortbildungen. Als Montageleiter und Projektleiter für Kleinaufträge beinhaltet sein Aufgabenbereich verantwortungsvolle Tätigkeiten, bei denen er sich sichtlich wohlfühlt.


Dies liegt maßgeblich auch daran, dass für ihn nach 25 Jahren die Firma zur Familie geworden ist. Auch mit der Geschäftsleitung könne man über alles reden, auch streiten, meint der 43-Jährige. Besonders schätzt er das der Belegschaft entgegengebrachte Verständnis für deren Anliegen.


Dabei hat er gravierende Änderungen innerhalb dieser Zeitspanne miterlebt. Infolge der Digitalisierung wuchs das Auftragsvolumen. Während man früher Kataloge durchblättern musste, hat man heute alles auf einen Klick parat. Auf der anderen Seite entwickelte sich Zeitdruck.

 

„An den Aufgaben wachsen“


Was stört ihn in der heutigen Arbeitswelt? „Es ist die Schnelllebigkeit, nicht nur im Beruf, auch im privaten Bereich. Kaum einer lässt sich Zeit für etwas“, sagt Flavius Vrabel. „Nur ein Beispiel: Früher hatte man mehr Zeit von der Auftragserteilung bis zur Montage. Von der Fertigstellung der Pläne bis hin zur Freigabe vergingen schon mal locker zwei Wochen, da man Pläne mit der Post verschickte. Heute werden die Zeichnungen per Mail versandt und innerhalb eines Tages bekommt man schon die Freigabe.“ Fenster werden im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss bereits montiert und im 3. Obergeschoss ist der Maurer noch am Beton gießen.

Jungen Menschen rät der Industriemeister, nicht unter allen Umständen studieren zu wollen, sondern praktisch zu denken und auch über den zweiten Bildungsweg einen Weg zu suchen. Die Erfahrungen, die er damit gemacht hat, erachtet er als wertvoll. Ebenso empfiehlt er, nicht so viel darüber nachzudenken, „was wäre, wenn…?“. Solch eine Frage stellt sich für ihn im Alltag kaum. Er findet es besser, „einfach loszulegen“ und „an den Aufgaben zu wachsen“. Auf fränkisch: „Pack mer’s! Es findet sich immer ein Weg. “


Flavius Vrabel lebt mit Frau und vier Kindern in Kitzingen. Einen großen Teil seiner Freizeit nimmt die Familie in Anspruch.


Bild oben: Flavius Vrabel meint: „Es findet sich immer ein Weg“ 
Foto: Uhl GmbH